UXPoland: Zwischen sticky notes und freundlichen Talks

20/4/2016

Vom 11. - 15. April 2016 fand dieses Jahr die UX Poland in Warschau/Polen statt. Diese Veranstaltung ist eine der größten Konferenzen über User Experience und User Experience Design in Europa. Hier kommen Menschen aus aller Welt zusammen, um sich über neue Trends und Methoden in den Bereichen User Experience und Human centered design auszutauschen und zu diskutieren.

User Experience (Nutzererfahrung, Nutzerlebnis) ist ein Prozess, der verschiedene Leute aus verschiedenen Bereichen unter einem gemeinsamen Ziel zusammenfasst. Bartek Bawleski - Google Experte - , zeigte uns während eines Workshops, wie man mit so genannten Sprints arbeitet. Die Methode Sprints wurde von Google Ventures kreiert, inspiriert von veschiedenen Aspekten, wie iterativem designs - Wiederholung und Änderungen - , Timing und Benutzerfokus auf der Agilen Entwicklungsmethode.

Sprints sind in 5 Stufen unterteilt: 

Verstehen: Was wird die Herausforderung in dieser Woche sein? Die Teams sollten aus aus verschiedene Abteilungen (Vertrieb, Produktion, Entwicklung, Design, CEO) zusammengestellt werden. Jeder bringt seine Erfahrung und sein Wissen mit ein.

Divergieren: Aus verschiedenen Herangehensweisen verschiedene Lösungswege skizzieren und konstruieren.

Entscheiden: Welche Ideen bringen uns zum Ziel? Mit einem Graph (X/Y- Achse) werden dann die Kosten dargestellt.

Prototyping: Die Idee konkretisieren und festlegen.

Validieren: Ausprobieren, testen, testen und testen mit Nutzern und Leuten aus dem Umfeld.

Sprint Design ist im Prinzip die Abkürzung des bisherigen endlosen, monatelangen Debattenzyklus. Dadurch werden Ressourcen im Allgemeinen, aber besonders Zeit und Geld gespart.

Während der nächsten Tage konnte ich mir weitere Geschichten und Analysen in Vorträgen von verschiedenen Leuten aus der ganzen Welt, anzuhören. Es ging um Design- Erfahrungen,  Recherche und soziale Arbeit, insbesondere von großen humanitären Organisationen.

Dazu möchte ich einige interessante Vorträge vorstellen:

Menschen wie Kendra Shimmel- Managing Director bei Cooper: Produkt & Service Design-  mit Ihrem Vortrag  „Outsourced“: Die neue Zukunft deines Lebens, zeigt uns, wie die Zukunft in unserem täglichen Leben aussehen könnte. Jeden Tag erscheinen mehr und mehr Apps und Services, die unser Leben „einfacher“ machen. Unsere täglichen Interaktionen ändern sich, davon dass wir unsere Wäsche waschen lassen bis dahin, dass wir uns von unserem privaten Fahrer abholen lassen.

Lea Simpson mit ihrer Präsentation „Design as a superpower, exploring forces of good and evil“, sie zeigt „dark patterns“ (z. B. versteckte Elemente mit Zusatzkosten in Shops) und wie Unternehmen sie nutzen um Leute so zu manipulieren, dass sie sich mehr Geld aus der Tasche ziehen lassen. Psychologische- und Verhaltens-Analysen hinter vielen Benutzer-Schnittstellen (User interfaces) formen unbewusst unsere Entscheidungen.

Laut Don Norman und ein paar anderen UX-Experten, ist das Design, dass man nicht bemerkt das beste. Mit dieser Aussage hat uns Avil Itzkovitch in seinem Vortrag daran erinnert, wie Produkte mit unsichtbaren Interfaces da sind, um unsere Erfahrungen zu verändern. Sein Thema: The invisible interface: Designing the sreenless experience“.

Polen ist definitiv nicht nur ein Land, in dem es leckeres Essen und guten Wodka gibt, es ist auch ein Ort, an dem die UX-Community kontinuierlich wächst und sich weiterentwickelt.
Leute unterhalten sich über neue Trends, Methoden und Herangehensweisen in Richtung Design, in ihrem täglichem Leben. Auf jeden Fall werde ich mir die Konferenz im nächsten Jahr nicht entgehen lassen und ich freue mich jetzt schon auf Feedback und die Analysen. Vielen Dank UXPolen 2016.

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