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Podcast - FAMILY BUSINESS

Von kleinen ICEs und großen Abenteuern: Bahnreisen für die ganze Familie - Zu Gast: Cornelia Gaumann, DB Fernverkehr

Von kleinen ICEs und großen Abenteuern: Bahnreisen für die ganze Familie - Zu Gast: Cornelia Gaumann, DB Fernverkehr

In dieser Episode sprechen wir mit Cornelia Gaumann, Customer Experience Managerin „Reisende mit Kind“ bei der DB Fernverkehr AG. Wir diskutieren die Herausforderungen und Chancen, die mit dem Reisen von Familien mit Kindern einhergehen, und wie die Bahn darauf reagiert.

  • Cornelia Gaumann erläutert, wie sie für ein positives Reiseerlebnis für Familien mit Kindern arbeitet, indem sie darauf achtet, was für die jüngsten Fahrgäste am wichtigsten ist.
  • Wir sprechen über "Der kleine ICE und seine Freunde", ein Programm, das Kindern spielerisch die Welt der Bahn näherbringt und für Unterhaltung während der Reise sorgt.
  • Cornelia gibt Einblicke in die Herausforderungen, die mit der Vermarktung von Bahnreisen für Familien einhergehen, und wie sich das Marketing an die Bedürfnisse der nächsten Generationen anpassen muss.

Diese Episode bietet interessante Einblicke in die Welt der Bahnreisen für Familien und zeigt auf, wie wichtig es ist, das Reiseerlebnis für Kinder und Erwachsene gleichermaßen positiv zu gestalten.

FAMILY BUSINESS- Cornelia Gaumann DB Fernverkehr

 

Cornelia Gaumann [00:00:00] Wir haben mit einer Generation zu tun, die danachkommt, die einen sehr hohen Anspruch hat und zu Recht einen hohen Anspruch hat.Und ich glaube, was wir versuchen müssen, ist, diesem hohen Anspruch gerecht zuwerden.

 

Intro [00:00:14] Family Business - Der informative und kurzweiligePodcast zum Thema Kinder und Familien Marketing. In jeder Folge sprechen wirmit GeschäftsführerInnen und Marketingverantwortlichen über ihre Erfolge,Misserfolge und ihren Ausblick auf die Zukunft. Außerdem fragen wir sie nachIhren besten Ratschlägen rund um das Thema Marketing und Kommunikation imUmfeld von Kindern und Familien. Präsentiert von KB&B, Family Marketing Experts,der führenden Spezialagentur für Kinder und Familien Marketing. Eure Hosts RolfKosakowski und André Schulz, Geschäftsführer von KB&B Family Business. Derinformative und kurzweilige Talk mit interessanten Menschen und einzigartigenInsights.

 

Rolf Kosakowski [00:01:00] Hallo liebe Conie, schön, dass du heute bei unsbist und dir ein bisschen Zeit genommen hast, mit uns über Deutsche Bahn undReisen mit Kindern zu sprechen. Deswegen meine erste Frage: Erinnerst du dichan deine erste Bahnreise?

 

Cornelia Gaumann [00:01:16] Oh ja, erst mal Hallo.

 

Andre Schulz [00:01:19] Hallo Conie, auch von mir. Herzlich Willkommen.Wir freuen uns sehr.

 

Cornelia Gaumann [00:01:22] Ich freue mich auch sehr, dass das endlich malklappt. Meine erste Bahnreise, ich glaube tatsächlich, dass ich mich an meineerste U-Bahn Reise noch besser erinnern kann. Damals noch in Köln haben wirmeine Schwester besucht. Ich weiß noch ganz genau, wie mich das fasziniert hat.Meine erste richtige Bahnreise war glaube ich echt deutlich später und ich kannmich an wahnsinnig viele Bahnreisen echt gut erinnern. Auch noch so alsTeenager vor allem, weil das damals so ein bisschen meine große Freiheitbedeutet hat. Ich konnte endlich alleine irgendwohin fahren, wo ich gern hinwollte. Damals noch eine Fernbeziehung in Münster und das war alles natürlichmega aufregend und spannend. Und ich war damals der Bahn so dankbar, dass siemir diese Möglichkeit geboten hat, dass ich das alles alleine bewerkstelligenkonnte. Ja, daran kann ich mich noch sehr gut erinnern.

 

Rolf Kosakowski [00:02:19] Da ist schon viel, sehr viel Emotionalität drin,auf jeden Fall zum Thema Bahn und Reisen.

 

Cornelia Gaumann [00:02:24] Für mich auf jeden Fall. Ich glaube, es ist auchkein Zufall, dass ich da jetzt heute irgendwie gelandet bin, weil ich verbindedamit wirklich echt so ein Freiheitsding. Und das hat sich echt früh schonverankert und fand es immer schon irgendwie ein Abenteuer.

 

Rolf Kosakowski [00:02:40] Nun bist du heute Customer Experience Managerinfür Reisende mit Kind. Was natürlich erst mal ein großer Titel bei der DeutscheBahn Fernverkehr. Das ist vielleicht ganz wichtig zu sagen, da sind sehr vieleunterschiedliche Bereiche. Aber damit natürlich genau die weißen Züge mit demroten Strich, manchmal grünen Strich. Aber da arbeitest du. Magst du noch malein bisschen erklären, was du da jetzt so machst, aus dieser Emotionalität deinerJugend und Kindheit?

 

Cornelia Gaumann [00:03:10] Ich lebe meinen Traum. Nein, aber klar, gerne. Wasmache ich da? Ich kümmere mich einfach darum, dass wir für diese bestimmteZielgruppe Reisende mit Kindern, einfach Familien im weitesten Sinne, aber auchalleinreisende Kinder es schaffen, ein gutes Reiseerlebnis zu produzieren. Undwir haben immer diese Herausforderungen, dass da eine weiße Röhre durch dieGegend flitzt und die muss irgendwie für alle funktionieren und passen. Und dasind unterschiedlichste Bedürfnisse unterwegs und das in irgendeiner Form gutzusammenzubringen, sodass es sich harmonisch reisen lässt. Das ist eineziemlich große Aufgabe, weil auf kleinstem Raum und macht aber wahnsinnig vielSpaß und sich da auch mit den anderen Zielgruppen stückweit abzustimmen. WelcheBedürfnisse sind ähnlich, lassen sich kombinieren? Welche sind ganzunterschiedlich und müssen dementsprechend auch ganz unterschiedlich betrachtetund behandelt werden? Das ist so meine Aufgabe.

 

Andre Schulz [00:04:11] Conie, an dieser Stelle kommt von mir immer dieEingangsfrage: Womit verdienst du eigentlich dein Geld? Und das ist bei euchglaube ich, deswegen bin ich so sehr auf die Antwort gespannt, nicht ganzeinfach zu beantworten, weil Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14Jahren reisen mit der Deutschen Bahn Fernverkehr kostenfrei in Begleitung einesErwachsenen.

 

Cornelia Gaumann [00:04:32] Das stimmt. Nicht nur in Begleitung einesErwachsenen. Tatsächlich in Begleitung eines meinetwegen auch Teenagers ab 15schon. Mit dem größeren Geschwisterchen kann man ja sogar auch schon kostenlosmit. Ich sage das deswegen, weil das noch nicht so alt ist. Das ist recht neunoch dazugekommen und aus meiner Sicht eine ganz tolle Erweiterung diesesAngebots. Das ist eine berechtigte Frage, der ich mich wahrscheinlich auchintern öfter stellen musste. Na ja, es ist definitiv eine gute Frage, weil wirhaben dieses Angebot jetzt schon eine ganze Weile. Es zeigt sich auch, dass estotal Sinn macht, die Schwelle für Kinder und gerade für Reisende mit Kind ander Stelle nicht unnötig hoch zu machen, sondern eben eigentlich diesen Zugangzum System Bahn und zur Bahn an sich gering zu halten. Und es ist nun mal so,wenn ich irgendwie für jedes meiner Kids dann auch noch mal einen Preis zahle,das merkt man ja auch beim Fliegen, dann ist es schon echt eine Überlegung. Undwir möchten eigentlich so ein bisschen erreichen, dass jedes Kind mal Bahngefahren ist und zwar auch Fernverkehr gefahren ist. Und auf die Art und Weise,die ein frühes Gewöhnen auch an dieses Verkehrsmittel ermöglichen, weil wirglauben, dass das schon auch das Zukunftsträchtigste ist. Und dann sind wir gutberaten, da früh die Hürden gering und klein zu machen.

 

Andre Schulz [00:05:58] Du hattest eben bei deiner Reiseerfahrung erwähnt.Eine wesentliche Erfahrung war Freiheit zu erfahren. Was ist das heute fürKinder...Reisen mit der Bahn?

 

Cornelia Gaumann [00:06:11] Ich würde sagen, heute ist das Reisen mit demFernverkehr. Ich glaube, das muss man wirklich abgrenzen. Weil ich glaube, dasReisen mit einer S Bahn und so was, das gehört wirklich auch ein Stück weit zumeiner Alltagsmobilität auch als Kind häufig schon dazu, wenn ich zumindest imstädtischen Raum lebe. Das wirkliche Reisen, eine weite Reise machen mit derBahn ist eines der wenigen großen Abenteuer. Das ist wirklich einfach diesesanders als normal, weil natürlich fahren die allermeisten Familien nach wie vormit dem Auto und das verstehe ich auch. Es gibt gute Gründe, an vielen Reisenauch das Auto zu nehmen. Aber es gibt auch verdammt gute Gründe auf vielenReisen sich in die Bahn zu setzen, sich fahren zu lassen. Und ich glaube, dassdas für die Kids wirklich ein großes Abenteuer bedeutet. All das, wasdazugehört, Bahnhof, der ganze Trubel. Ich kenne kein Kind, das nicht Züge imKinderzimmer hat und dann aber auch einfach diese Besonderheit der gemeinsamenZeit. Weil im Auto sitzt man einfach ganz anders und man ist irgendwieisolierter, obwohl man eigentlich auf engstem Raum zusammen ist. Vorne sitzendie Eltern und machen ihr Ding. Hinten sitzen die Kinder und machen ihr Ding.Im Zug wird die Situation sicherlich auch geben, dass jeder mal sein Dingmacht. Aber es gibt auch diese Option, sich zugewandt was zu tun undtatsächlich diese Zeit als Family quality time zu nutzen. Und das finde icheinen riesen Wert.

 

Andre Schulz [00:07:47] Welche Angebote macht die Deutsche BahnFernverkehr, um diese Quality Time zu erleben?

 

Cornelia Gaumann [00:07:52] Wir haben über die Jahre gemerkt, dass das, wasich eingangs sagte, mit den unterschiedlichen Interessen, dass es natürlichtotal Sinn macht, Menschen mit ähnlichen Bedürfnissen auch zusammenzusetzen undmit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Das war die Geburtder Familienbereiche und Kleinkind-Abteile, die kennt vielleicht auch der eineoder andere. Da geht es vor allem darum, gerade Eltern von Kleinkindern,vielleicht auch stillenden Müttern einen Rückzugsort zu bieten. Darüber hinausüber diese Familienbereiche und Kleinkindabteile gibt es auch noch einKinderbetreuungsangebot auf ausgewählten Zügen, wo wir schauen, dass wir miteinem echt sehr coolen Team von Kinderbetreuern die Fahrt für die Kids einbisschen zusätzlich versüßen. Wir haben das zuletzt in Corona Zeiten alsmobiles Konzept gehabt. Da sind die durch die Züge gegangen und haben denKindern da, wo sie saßen, einfach was zum Spielen, ein Zaubertrick zum Lernen,was auch immer dann vorbeigebracht. Eigentlich ist es aber so angelegt, dassman sich wirklich in einem Abteil an einem Tisch trifft und andere Kinder dortauch sind, die Betreuer dort sind und sich tolle Sachen ausgedacht haben, wieman einfach auch ein bisschen unterwegs die Zeit gut rumbringen kann. Und fürdie Eltern bedeutet das dann häufig auch einfach mal den Moment, wo man maleine Zeitung liest oder ein Buch oder einfach mal in aller Ruhe irgendwas tut,telefoniert, was man eh schon mal länger machen wollte. Und das wird auch sehr,sehr gut angenommen.

 

Rolf Kosakowski [00:09:20] Aber wir haben noch unsere ganzen anderen Gästevergessen einzuladen heute.

 

Cornelia Gaumann [00:09:23] Ja.

 

Rolf Kosakowski [00:09:24] Und zwar mit sieben kleine Gäste, die auf demTisch stehen, und zwar die kleine ICE und seine Freunde. Den haben wir auch garnicht richtig erwähnt, ist mir grade eben aufgefallen, weil der Kleine ICE.

 

Cornelia Gaumann [00:09:40] Da fehlt einer.

 

Rolf Kosakowski [00:09:41] Es sind noch gar nicht alle da, aber ein paarhaben wir hier stehen. Denn das ist ja bei Deutsche Bahn Fernverkehr eigentlichdas Haupttestimonial oder eben tatsächlich auch der große Präsenter in dieserKinderwelt oder dieser Kinderbeschäftigen, wie du gerade beschrieben hast.

 

Cornelia Gaumann [00:09:57] Das ist unser Mitarbeiter des Jahres.

 

Rolf Kosakowski [00:10:00] Welcher Jahre? Wann ist er erfunden, wie ist ererfunden worden? Welche Rolle hat er in dieser Art von Kommunikation? Denn esist ein Teil von Marketing, würde ich jetzt mal sagen.

 

Cornelia Gaumann [00:10:10] Ja, bestimmt. Ich habe diese Idee zum kleinen ICEvor ungefähr elf Jahre gehabt. Und da hat das Ganze so begonnen mit einemKonzeptpapier und der Idee, dass man einfach dieses Thema Zug und Characterzusammenbringen kann. Das war so die Zeit, in der Disney mit Cars ganz großwar.

 

Rolf Kosakowski [00:10:40] Das ist eine schöne Vorlage.

 

Cornelia Gaumann [00:10:42] Ja, nein, tatsächlich war das für mich einfachnicht nachzuvollziehen, warum wir dieses Thema für uns nicht mehr nutzen. Weiltatsächlich diese Faszination von Kindern für Züge ist einfach schon echt altund immer noch auch echt groß. Und daraus eine Figur zu machen, die irgendwiedie Bahn vertritt, war so naheliegend. Und das war damals dann ein Projekt, wasich zusammen mit dem Joscha Sauer, der Comiczeichner ist, mal zu Papiergebracht habe, weil wir einfach gut befreundet sind und das sich damals soanbot und er da auch noch gute Ideen und Scribbles dazu hatte. Und wir habendas dann bei uns intern gepitcht und es kam auch einfach von Anfang an gut an undwurde supportet. Und aus dieser ersten Initialfigur des kleinen ICE wurde dannnach und nach diese ganze Familie, wie sie jetzt hier steht und wir konnten daauch noch die anderen Bereiche, Regio und den Güterverkehr und das Museum undselbst die Baufahrzeuge auch so ein bisschen mitreißen. Und das war auch garnicht so schwer. Es war so einleuchtend, das so zu tun, dass es für alle sehrgut funktioniert hat und wir dementsprechend jetzt einfach mit einer großenkleinen Zugfamilie unterwegs sind, die auch mittlerweile echt eine breiteFanbasis hat.

 

Rolf Kosakowski [00:12:06] Absolut. Ich glaube Günni fehlt hier, weil dugerade Güterzug sagst. Günni fehlt.

 

Cornelia Gaumann [00:12:10] Ja, die Sally ist noch dabei.

 

Rolf Kosakowski [00:12:13] Genau, Sally ist noch dazu.

 

Cornelia Gaumann [00:12:15] Aber genau, Günni fehlt.

 

Rolf Kosakowski [00:12:20] Bus haben wir irgendwann mal rausgenommen.

 

Cornelia Gaumann [00:12:22] Den gibt es schon noch.

 

Rolf Kosakowski [00:12:32] Du erzählst das so: Mensch, ich hatte die Idee vorelf Jahren und dann hatte ich da einen guten Illustratoren und dann haben wires mal gemacht. War es so einfach?

 

Cornelia Gaumann [00:12:43] Man erklärt vieles auch so im Rückblick. War es soeinfach? Es hat damals unglaublich viel Spaß gemacht. Ich habe das eigentlichaußerhalb meiner Arbeitszeit gemacht, weil das war nichts, was man mir jetztirgendwie als Auftrag gegeben hatte und es war von daher einfach eher eineInitiative, die so jenseits der Arbeit stattgefunden hat und dann irgendwann zumeinem Job wurde.

 

Rolf Kosakowski [00:13:04] War es der Start der Wahrnehmung von Kinder undReisende mit Familien? Die gab es davor auch schon bei Deutsche BahnFernverkehr.

 

Cornelia Gaumann [00:13:15] Es gab davor und das war damals auch meineAufgabe, schon das Kindermagazin LeseLOK. Das war eine Kooperation damals mitRavensburger und es gab das 'Kinder reisen kostenlos' Angebot. Es war abernicht besonders im Fokus und es wurde auch nicht wirklich darüber viel erzähltund gesprochen. Und ich habe das damals einfach auch ein Stück weit alsMöglichkeit gesehen, mehr darüber zu sprechen und das einfach mehr nach vornezu holen. Weil es aus meiner Sicht und das ist es nach wie vor eines dercoolsten Angebote ist, die wir haben. Und das war einfach schade, dass esdamals so ein bisschen unter ferner liefen noch geführt wurde.

 

Rolf Kosakowski [00:13:58] Ja, genau. Ich glaube, das ist das, was wir auchsehen. Du hast da einfach einen Knopf reingesetzt und eine Figur reingesetzt,die dann eben auch als Klammer diente, um auch Kommunikation und diesewichtige, wie wir hier am Tisch alle vermuten und wollen, dass eine sehrwichtige reisende Gruppe eben auch auf einmal auch ein eigenes Angebot bekommt,was ein bisschen außerhalb von Fahrkartenverkauf und 'hier ist ein Sitzplatz' ist,sondern wirklich so eine Storytell World bekommen hat. Magst du kurz sagen fürdie Menschen da draußen, die es nicht kennen, wovon ich nicht viele kenne. Aberwie groß ist das Universum heute von dem kleinen ICE. LeseLOK hast du gesagt,wir haben die Magazine. Wie funktioniert das? Wie kriege ich so eine Figur? Waspassiert da eigentlich?

 

Cornelia Gaumann [00:14:37] Momentan ist es, dadurch, dass Kinder keineFahrkarte benötigen, haben wir das an Bord so etabliert, dass der Zugbegleitereine kleine Sonderfahrkarte für die reisenden Kinder bereithält und die dannauch bei der Fahrkarten Kontrolle ans Kind übergibt. Und mit dieser KinderFahrkarte.

 

Rolf Kosakowski [00:14:59] Sollte man aktiv danach fragen, wenn man mitseiner Family verreist oder kriegt man das automatisch?

 

Cornelia Gaumann [00:15:03] Natürlich kriegt man das immer automatisch. Solltees ausnahmsweise mal nicht funktionieren, dann frage ich doch am besten denZugbegleiter nach eben genau dieser Fahrkarte. Ich möchte da gar nichtniemanden blamen. Das ist wirklich ein Service, der bei all den vielenAufgaben, die unsere Zugbegleiter da draußen haben, auch einfach ab und an maldurchs Rost fällt.

 

Rolf Kosakowski [00:15:27] Aber wir können auch sagen, man kann danachfragen.

 

Cornelia Gaumann [00:15:30] Man darf danach fragen und selbst wenn derZugbegleiter vielleicht mal nicht die Karte dabei hat, dann vielleicht einfachmal im Board Bistro direkt. Ganz kurz noch zu Ende erzählt. Mit diesem Kärtchendarf man sich dann eine kleine Überraschung im Board Bistro abholen, einfachweil wir wissen, dass dieses ins Board Bistro gehen einfach auch bei denFamilien und gerade bei den Kids ein Highlight ist. Und da gibt es auch einenguten Grund. Und dann bekommt man dort das Magazin, was zum Alter auch passt.Es gibt mittlerweile sogar zwei. Eins für die Jüngeren, eins für die älterenKinder. Und dann gibt es auch noch eine Überraschung dazu. Zum Beispiel,manchmal gibt es auch was anderes oder es gibt Alternativen, aber im großenGanzen ist das dieses Sammeluniversum dieser kleinen Züge.

 

Rolf Kosakowski [00:16:19] Noch mal wichtig zu dem Magazin. Vielleicht auch,falls es die Menschen draußen nicht wissen. Es ist kein Streuartikel mehr wieer mal vor Jahren war, sondern es wird wirklich tatsächlich von Hand imBordrestaurant rausgegeben, sodass es eben genau wie du sagst, auch einebestimmte Altersgruppe, ob jünger oder älter, sodass wir die LeseLOK haben oderdie MiniLOK. Und damit ist es doch sehr handverlesen. Sicherlich eins derreichweitenstärksten Kinder Magazine, die wir in Deutschland haben, oder?

 

Cornelia Gaumann [00:16:45] Das habe ich mir mal sagen lassen. Das scheint sozu sein. Ich bin mir nicht sicher, ob wir es jemals als Streuartikel hatten.Wenn man sich das mit der DB Mobil anschaut, das ist einfach eine so großeVerbreitung, die das bräuchte, das würde so ein bisschen übers Zielhinausschießen. Aber mit dieser Mechanik, dieses Kinder Fahrkärtchens habe icheinen zuverlässigen Weg ans Kind kommt, gefunden.

 

Rolf Kosakowski [00:17:19] Andre hat eine Frage, das weiß ich. Aber ich mussnoch mal ganz kurz mal bei dem Magazin bleiben, weil du das vorhin auch gesagthast. Das Anliegen der Deutschen Bahn Fernverkehr war immer, das Reisen für dieFamilie auch ein bisschen redaktionell zu begleiten und eben auch Anweisungenzu geben. Das Magazin ist für uns kein Werbemagazin um zu sagen: Mensch, dasist die Deutsche Bahn oder wie auch immer, sondern was finde ich da drin? Dashat auch Anlässe.

 

Cornelia Gaumann [00:17:47] Ja, absolut. Ich kann ja mal bei dem Magazin fürdie kleineren starten. In dem Magazin für die Kindergarten und VorschulalterKids finde ich vor allem Mal- und Kritzel-Unterlagen. Alles, was mich auf derFahrt zu tun hat. Das hat auch schon irgendwie Bahn Kontext, aber es geht vorallem wirklich um diese Klassiker Malen, Rätseln, Witze vielleicht auch noch,aber das geht dann schon eher in das ältere Magazin über. Da wollen wirversuchen, die spannenden Geschichten, die es im Bahnumfeld ganz zweifelsohnegibt. Jeder, der gerne Maus schaut, weiß, dass das es da eine Menge tollerSachen gibt und noch viel, viel mehr. Dass wir das einfach dort auch noch malfür die etwas älteren Kinder, die schon lesen können, die vielleicht jetztgerade in der Grundschule sind, wir da für die auch noch mal so ein bisschenaufbereiten. Und gerade wenn man in diesem Kontext Bahn unterwegs ist, dann istes schon wirklich spannend, mal ein bisschen mehr darüber zu erfahren. Und dagibt es eine ganze Menge toller Geschichten, Hintergründe, geheime Infos, dieman sehr Kinder kompatibel erzählen kann.

 

Andre Schulz [00:19:09] Das was du beschreibst ist so ein Bestandteil derQuality time für Reisende mit Kindern. Sei es nun Erwachsene oder ebendiejenigen, die jenseits der 14 sind. Und ein Ziel ist es, dass jedes Kind malmit der Bahn gefahren sein soll.

 

Cornelia Gaumann [00:19:30] Ja, das wäre super.

 

Andre Schulz [00:19:31] Wir können das nur unterstützen, weil das wirklichauch ein tolles Erlebnis, eine tolle Erfahrung ist. Kannst du sagen wie dasEntscheidungsverhalten bei Familien ist? Wie beeinflussen Kinder ihre Elternbei der Entscheidung oder umgekehrt? Wie beeinflussen die Eltern nun die Kinderbei der Entscheidung?

 

Cornelia Gaumann [00:19:53] Ehrlich gesagt sitze ich auf heißen Kohlen, weilwir da eine ganz spannende Marktforschung zu gemacht haben. Ich interessieremich sehr, was die Ergebnisse davon sind und ich habe natürlich auch schon einBild. Wir haben nicht erst angefangen, uns mit der Frage zu beschäftigen. Ichglaube, was man mit Sicherheit sagen kann, ist, dass Eltern natürlich dieseEntscheidungen vor allem treffen. Das ist jetzt utopisch zu denken, dass dasKind entscheidet, mit welchem Verkehrsmittel gefahren ist. Es ist aber auchganz klar so, dass die Kinder einen sehr hohen Einfluss an der Stelle haben.Sie haben Einfluss in dem Moment, wo es um das Thema Autokauf geht, auch wennman das nicht denkt. Und sie haben Einfluss auch in dem Moment, wo es um dasThema Reisen geht. Natürlich fällt die Entscheidung am Ende der Erwachsene, mitdem gefahren wird. Er trägt die Verantwortung und muss es auch zahlen. Aberjeder, der ein Kind hat, weiß, wie effektiv Kinder ihre Wünsche vorbringenkönnen. Und da macht es natürlich einen Unterschied, ob ein Kind sagt: Ichwürde total gerne mal mit der Bahn fahren, wenn wir jetzt die Oma besuchen odernach Südtirol fahren. Und ich glaube, das wird schon gehört, in jedem Fall.

 

Andre Schulz [00:21:08] Wir gehen mal davon aus, dass dieEinflussmöglichkeiten von Kindern relativ groß auf ihre Eltern oder Großelternsind, mit welchem Verkehrsmittel denn nun gefahren wird. Und ich will noch malden Begriff Quality time aufnehmen. Es geht ja nicht nur um den physischenTransport von A nach B, sondern es geht um eine großartige Erfahrung, um einequalitätsorientierte Zeit während der Zugfahrt.

 

Cornelia Gaumann [00:21:33] Im besten Fall.

 

Andre Schulz [00:21:33]  Im bestenFall. Und ihr tut auch alles dafür, dass es so ist und dass es so erfahren wirdvon den Kindern und von den Eltern. Was bedeutet das für die Kommunikationletztendlich? Welche Inhalte der Kommunikation stellt ihr in den Vordergrund?

 

Cornelia Gaumann [00:21:56] Die Kommunikation ist im besten Falle genau das,was man erlebt. Und da muss man tatsächlich sagen, da ist für uns natürlichgerade die Herausforderung nicht klein. Weil ich kann häufig nicht garantieren,dass nicht doch irgendwo mal eine Baustelle ist. Das heißt, ich muss an derStelle wirklich schauen, was kann ich eigentlich da draußen versprechen? Undich glaube, das, was ich versprechen kann, ist, dass man an Board einfach eineverdammt gute Zeit zusammen haben kann. Und dass es etwas ist, was dasvielleicht auch einfach im Gedächtnis hängenbleibt. Anders als die Autofahrt,die ich zum 100. Mal mache. Und das Verrückte an dem Ganzen ist, mir sindhäufig die Dinge in Erinnerung geblieben, die ich als Kind erlebt hat, woSachen auch vielleicht manchmal nicht glatt gelaufen sind, sondern wo es inirgendeiner Form zum Abenteuer wurde. Und natürlich muss dieses Abenteuer einenguten Ausgang haben. Das ist total entscheidend und dafür zu sorgen ist, unteranderem auch unsere Aufgabe. Wir können nicht verhindern, dass es ab und anvielleicht nicht 100%ig nach Plan läuft, aber wir können dafür sorgen, dasswenn es mal nicht nach Plan läuft, es einen guten Ausgang hat und dass diesesAbenteuer ein gutes Ende hat. Und ich glaube, das ist etwas, was wir versuchenmöchten zu kommunizieren. Ohne jetzt irgendwie zu sagen: Fahrt mal lieber nichtmit uns. Das kann nur schiefgehen. Die Erfahrung hat man natürlich immer malauch. Aber ich glaube, dass dieses aus der Komfortzone heraustreten auch alsFamily und mal das Auto stehen zu lassen, ein wahnsinnig hohes Gut ist undetwas, was die wenigsten bereut haben, es denn mal gemacht haben. Das zuvermitteln, versuchen wir.

 

Andre Schulz [00:23:46] Ich würde gerne noch mal den Begriff der Mobilitätin unsere Diskussion einpflegen. Mobilität verändert sich. Wir wissen,Jugendliche machen nicht immer sofort mit 18 ihren Führerschein, wenn sie esdürften oder fangen dann mal an, irgendwann später. Ein Auto ist dann auch Teileiner Sharing Economy. Und Mobilität ist auch ohne Digitalisierung eigentlichgar nicht mehr so richtig zu denken. Was meinst du? Welche Chancen ergeben sichdaraus für die Kommunikation, für die Zielgruppe Reisende mit Kindern?

 

Cornelia Gaumann [00:24:20] Ich glaube, ich würde fast noch eher schwenken aufwelche Chancen ergeben sich für uns auch als Produkt? Und gar nicht mehr nurfür die Kommunikation. Wir haben mit einer Generation, die danach kommt zu tun,die einen sehr hohen Anspruch hat und zu Recht einen hohen Anspruch hat. Undich glaube, dass wir versuchen müssen, diesem hohen Anspruch gerecht zu werden.Und da haben wir noch einen guten Weg vor uns. Und ich glaube, dass dieHerausforderung für uns daran liegt, nicht so zu tun, als würde die Generation,die heute mit uns fährt, genauso ticken wie die Generation, die in zehn, 20Jahren mit uns fahren soll. Und da jetzt rechtzeitig die Weichen zu stellen, umim Bahngespräch zu bleiben, ist eine große Herausforderung, weil bei unswahnsinnig große Vorläufe da sind und bis Dinge dann wirklich so auf derSchiene unterwegs sind, braucht das jetzt Entscheidungen, die zum Teil schonweit in die Zukunft ragen und die wahnsinnig viel damit zu tun haben, wie dieseGeneration der jungen Menschen und auch der Kinder uns irgendwann mal sehenwird und was für eine Erwartung die an uns stellen werden. Von daher sehe ichan der Stelle den Link für uns gar nicht mal so sehr in der Kommunikation. Dagibt es natürlich 1000 Wege und Möglichkeiten, auch gerade junge Menschen zuerreichen. Ich bin da nur ganz realistisch. Wir sind und bleiben die Bahn. Dasist ein Riesending, aber gleichzeitig sind auch einfach ein Verkehrsmittel. Undich möchte mich an der Stelle jetzt nicht aus dem Fenster lehnen und sagen: Unddamit sind wir das Relevanteste On Earth für die Generation der jungenMenschen. Und von daher glaube ich, sind wir an der Stelle wirklich gutberaten, Produkte jetzt zu entwickeln, die langfristig dem Anspruch genügen,den diese junge Generation haben wird. Und ich würde mich an der Stelle wenigerverkämpfen wollen in Metaverses oder sonstigen Dingen, weil ich denke:Schuster, bleib bei deinen Leisten.

 

Rolf Kosakowski [00:26:37] Am Ende müssen physisch Menschen bewegt werden.Das kann das Metaverse noch nicht. Tatsächlich sind es nur Teile vonKommunikation. Aber vielleicht erlaubst du uns einen kleinen Blick mit dir auchzusammen in die Zukunft, weil du sagtest Weichen stellen. Und wir wissen jaauch von zukünftigen Projekten. Es gibt L-Zug oder (26:59) und wir haben jetztnoch den (27:02) Zug gesehen. Da ist unwahrscheinlich viel drin für Kinder undFamilien in Zukunft. Auch mehr Platz oder eben auch komplette andere Angebote.Magst du darüber noch ein bisschen was erzählt? Was kommt da? Was darfst duschon erzählen?

 

Cornelia Gaumann [00:27:18] Die sind alle schon gebaut. Das ist alles schonfür mich persönlich fast schon von gestern. Aber tatsächlich ist das natürlichtrotzdem etwas, was noch kommt und neu ist. Was wir jetzt in dem Nachfolger desICE, ICE L machen, ist tatsächlich einfach eine unglaublich große Fläche fürFamilien vorzuhalten. Es hat einfach damit zu tun, dass dieser Zug vor allemauf touristischen Strecken fährt. Wir haben dann auch einfach erfahrungsgemäßsehr viele Familien an Bord und Familien brauchen einfach einen Tacken mehrPlatz. Die haben einen Kinderwagen dabei etc. Das heißt, wir haben einfachwirklich großzügige Familienbereiche, die wir jetzt auch wirklich sehr nettgestaltet haben. Die Kleinkindabteile sind echt sehr üppig im ICL und bietenecht Platz für jede Menge Families und Kids auch mit einem Kinderwagen dabei.Und da freue ich mich schon sehr drauf, weil das natürlich für uns immer so einEngpass ist. Gerade wenn am Wochenende viele Families unterwegs sind, kann esauch schon mal eng werden. Oder es kann auch sein, dass man einfach keinenPlatz mehr in diesen speziellen Bereichen bekommt. Und da bin ich guter Dinge,dass so ein ICE L da üppig Raum bietet. Und man kann auch noch, das ist dasaller, aller aller Coolste, ebenerdig ein- und aussteigen. Das ist für alle,die mit Kinderwagen unterwegs sind, echt ein riesen Kriterium. Der neueste ICE,der da noch kommen wird hat auch einen sehr, sehr, sehr schickenFamilienbereich an Bord. Das freut mich auch. Wir hatten bisher immer dieFamilienbereiche ein bisschen analog Ruhebereichen sehr dezent markiert, wasdann auch dazu geführt hat, dass man gar nicht unbedingt wusste, wo man jetztsitzt oder das einfach übersehen hat im Vorbeigehen und gemerkt, dass dieseklare Markierung da an der Stelle schon einen echten Benefit bietet. Nicht nurfür die, die dort sitzen wollen, sondern auch für die, die explizit dort nichtsitzen wollen. Und das ist ein großer Sprung, dass wir das jetzt echt sehrschick haben, mit unserem Illustratorin Sascha Wüstefeld, der auch den kleinen ICEund all diese Figuren zeichnet, echt sehr schick gestalten konnten.

 

Rolf Kosakowski [00:29:37] Ihr baut Barrieren ab, um das Reisen als Familiemit Kindern zu vergrößern. Vielleicht da aber auch noch mal einen kleinenGedankengang rein, denn da ist unser Podcast natürlich dafür da. Weil dieFamilie gibt es auch nicht und ihr wirklich als so großer Mobilitätsanbieter.Du hast das eben so schön gesagt, da kommt die alleinreisende Mutter oder Vatermit dem Kinderwagen bis hin zur Großfamilie oder man will in Ruhe stillen oderglaubt: Mensch, ich störe jetzt hier in dem ganzen Netzwerk und das ist genaudie Herausforderung, die eben in so einer Stahlröhre, ein Abbild derGesellschaft ist. Deswegen um das auch noch mal so in die Köpfe der Hörendenhier zu rufen, dass Familie ein unwahrscheinlich breites Spektrum ist, was ebenauch dann auf der Schiene abgebildet werden muss in ihrem Bedarf. Und das istnatürlich ein Riesenthema. Wie beschäftigt ihr euch damit, um eben auch dawirklich in die einzelnen, Personas sind es ja schon nicht mehr reinzuschauen.Das ist wahnsinnig komplex, alle mitzunehmen, oder?

 

Cornelia Gaumann [00:30:37] Absolut.

 

Rolf Kosakowski [00:30:38] Obwohl es das falsche Wort ist. Ihr nehmtnatürlich alle mit.

 

Cornelia Gaumann [00:30:44] Ja, das wäre noch schöner. Wir nehmen auf jedenFall alle mit. Aber natürlich muss man sich auch ein stückweit fokussieren,anders geht es nicht. Natürlich gibt es unglaublich viele Facetten von Familieund wir versuchen die auch einmal zu sehen und abzubilden. Und gleichzeitigmüssen wir aber ein bisschen schauen: Wo liegen denn die größten Hürden oderwer hat denn das größte Problem? Und ich glaube, wenn wir demjenigen helfen,dann helfen wir allen anderen irgendwie auch mit. Und klar, gerade das Reisenmit ganz kleinen Kindern bietet absolut andere Herausforderungen als das Reisenmit Kindern, die selbst laufen, ihr Gepäck tragen, sich selbst unterhaltenkönnen oder sich selbst auch bespaßen können unterwegs. Ganz andere Situation.

 

Rolf Kosakowski [00:31:33] Und die Zielgruppe, wo es WLAN wichtiger wird.

 

Cornelia Gaumann [00:31:36] Absolut. Die, die stetig steigt, diese Zielgruppe.Nein, aber tatsächlich versuchen wir natürlich für alle diese Unterzielgruppeninklusive auch der Alleinreisenden, zu verstehen, was das Thema und was dasBedürfnis ist. Wie eingangs erwähnt, lässt sich vieles kombinieren. Und ichglaube, in dem Moment, wo man dem schwächsten Glied in dieser Kette etwas Gutestut, tut man den anderen auch etwas Gutes. Und darauf zu fokussieren isteigentlich so der aktuelle Kurs.

 

Rolf Kosakowski [00:32:08] Ja, ich wollte den HörerInnen auch wirklich nurnoch mal auch wirklich die Komplexität noch mal in den Geist rufen. Weil sehrschnell Deutsche Bahn immer so doof und doof und doof. Obwohl, ich habewirklich das große Gefühl und das nicht nur, weil wir für euch arbeiten, dasssich da bisschen draußen was ändert, dass man die DB auch, nicht gnädiger, daswäre das falsche Wort, aber ein bisschen realistischer wahrnimmt, was da auchgeleistet wird.

 

Cornelia Gaumann [00:32:30] Ja, den Eindruck habe ich auch. Es wird einfachein bisschen differenzierter geschaut und ich glaube auch, dass sich wirklichauch einiges verändert hat. Ich bin jetzt schon seit zwölf Jahren bei der Bahn.

 

Rolf Kosakowski [00:32:45] Hast du abgefahren gesagt?

 

Cornelia Gaumann [00:32:48] Mannomann, man verhaftet sich irgendwann wirklichin dieser Bahn-Wort-Welt. Aber allein in dieser Zeit hat sich aus meiner Sichtganz viel in der Wahrnehmung verändert, hat sich auch für mich in der Art undWeise zu arbeiten und auch in dem Umfeld meiner Kollegen unglaublich vielverändert. Das Unternehmen ist in einem krassen Umbruch und das ist schön zusehen. Es ist schön zu sehen, dass es da draußen auch wahrgenommen wird.Natürlich spielt uns das ein bisschen auch der Zeitgeist, die Entwicklungvielleicht ein Stück weit in die Hände.

 

Rolf Kosakowski [00:33:19] Warum auch nicht? Ist doch auch gut.

 

Cornelia Gaumann [00:33:21] Ist auch völlig fein. Nichtsdestotrotz glaube ich,dass da gerade diese ganzen Kollegen, die wirklich an dieser Schnittstelle zumKunden im Zug arbeiten heute ganz anders auftreten und eine unglaublich tolleVisitenkarte für dieses Unternehmen abgeben. Weil da einfach auch eine ganzandere Haltung da ist und ein ganz anderes Verständnis. Und ein ganz andererWunsch, Gastgeber zu sein. Und das merkt man, das glaube ich. Das kommt beimKunden an.

 

Rolf Kosakowski [00:33:52] N=1, ich. Ja, ich bin da sehr zufrieden, wenn ichmit der Bahn reise. So, kurz einmal Luft holen. Und wir starten mit unsererbeliebten Kategorie Kinder fragen Fragen. Wenn du mir eine Zahl zwischenmittlerweile 1 und 21 nennen darfst.

 

Cornelia Gaumann [00:34:14] 19.

 

Rolf Kosakowski [00:34:14] Echt jetzt?

 

Cornelia Gaumann [00:34:14] Ja.

 

Rolf Kosakowski [00:34:16] Gut. Was ist der witzigste Film, den du gesehenhast? Als Kind vielleicht. Vielleicht kann man das, wenn so ein Kind dich dasfragt. Was man einem Kind auch empfehlen könnte.

 

Cornelia Gaumann [00:34:29] Ich hätte auch ohne diese Eingrenzung genau dieseIdee. Der allerwitzigste Film. Ich schwanke zwischen zweien. Ist die Monster AGtatsächlich? Da könnte ich mich wegschmeißen.

 

Rolf Kosakowski [00:34:43] Ja.

 

Cornelia Gaumann [00:34:44] Wahnsinn.

 

Rolf Kosakowski [00:34:44] Aber die sind noch recht neu. Monster AG, oder?

 

Cornelia Gaumann [00:34:47] Ja, aber die Frage war nicht, welchen Film ich alsKind gerne hatte?

 

Rolf Kosakowski [00:34:49] Absolut nicht. Ich überlege gerade nur. MonsterAG, da bin ich bei dir.

 

Cornelia Gaumann [00:34:55] Monster AG. Ja, nach wie vor.

 

Rolf Kosakowski [00:34:57] Ist das ein Film, den du heute auch mit deinemKind schon gucken kannst?

 

Cornelia Gaumann [00:34:59] Der ist mit drei noch ein bisschen klein. Das istnoch ein bisschen zu krass, aber ich guck sowieso jeden Pixar Film. Ich bintotaler Pixar Narr und schaue mir das nach wie vor unglaublich gerne an, weilich finde, dass vom Storytelling noch nicht getoppt wurde, was die daabliefern. Ich find's herrlich.

 

Rolf Kosakowski [00:35:23] Und ist das Monster AG dein Lieblingsfilm auch?Oder ist es dann witzigster Film, den du je gesehen hast?

 

Cornelia Gaumann [00:35:29] Da sind die Grenzen fließend. Ja, ich glaubezusammen mit Peter Pan, das ist der erste Film, den ich im Kino gesehen habeund den fand ich damals so beeindruckend und grandios und wahrscheinlich auchecht sehr prägend für mein weiteres Leben.

 

Rolf Kosakowski [00:35:49] Du meinst das Original, das erste Mal geschriebenund mit Tinkerbell.

 

Cornelia Gaumann [00:35:54] Ja, ja, genau. Genau das. Ja, ich glaube ich binda ich bei den Kinderfilmen. Das ist nach wie vor meine große Leidenschaft.

 

Rolf Kosakowski [00:36:04] Hättest du es nicht gesagt, wäre es nichtvielleicht aufgefallen. Aber okay, das ist ja toll. Passt ja auch wiederzusammen. Doch sehr viel Kind und Familie bei dir ein Thema.

 

Andre Schulz [00:36:13] Ganz andere Frage noch. Wenn du mit der Bahnreist, so wie eben hierher zu uns, schaffst du es dann aus einer nichtprofessionellen Brille Bahn zu reisen oder hast du immer die Zielgruppe imBlick?

 

Cornelia Gaumann [00:36:32] Ich ertappe mich dabei, dass, sobald irgendjemandan mir vorbeiläuft, mit Kind, ich einen prüfenden Blick hinterher werfe. Hatdieses Kind eine Kinderkarte bekommen? Hat es eine Figur in der Hand? Da kannich nicht raus. Ich muss auch sagen, ich gehe tatsächlich immer irgendwie maldurch den Zug durch und schaue, was da gerade im Kinder und Familienbereich solos ist, weil es mich einfach interessiert. Das kann ich nicht ganz ablegen.Aber ich kann natürlich auch switchen, weil ich bin in dem Moment auch alsGeschäftsreisende und als Privatperson da. Und ich habe eben schon erzählt, ichwollte ganz woanders aussteigen, aber der Zug wollte da einfach nicht halten.Und ich habe wahrscheinlich einfach verpasst, dass er das durchgesagt wurde. Indem Moment denke ich mir auch: Ups, was ist jetzt? Warum habe ich das jetztnicht mitbekommen? Was war der Fehler? Von daher, ich kenne das durchaus auch,aber ich wandre immer so zwischen diesen beiden Welten hin und her und habemich auch schon wahnsinnig geärgert über uns und aber auch schon wahnsinniggefreut über einfach ganz tolle Wendungen.

 

Andre Schulz [00:37:42] Wo siehst du nochmal perspektivisch die größtenHerausforderungen im Marketing für die Zielgruppe Reisende mit Kind in dennächsten Jahren?

 

Cornelia Gaumann [00:37:57] Ich habe es eben schon mal versucht, ein bisschenzu umreißen. Die Generationen, die da jetzt kommen, sind so anders als meine,als die meiner Eltern, als die derer, die gerade bei uns Entscheidungen treffenund das zu vermitteln, worauf es da ankommt, das, glaube ich, ist meine Aufgabeoder mein Ziel, dass mir das gelingt. Damit wir einfach nicht die ewigGestrigen sind. Wir müssen da, glaube ich, einfach an der Stelle ein Stück weitweiter vorausdenken. Und da möchte ich gerne meinen Teil dazu beitragen.

 

Andre Schulz [00:38:36] Jetzt stell dir mal vor, du würdest jetzt nichtmit uns beiden hier sitzen, sondern mit einer Fee.

 

Rolf Kosakowski [00:38:42] Wo ist Unterschied? Erfüllen wir Wünsche?

 

Andre Schulz [00:38:49] Das ist der Punkt. Weil es eine Frage ist. Waswürdest du dir von der Fee für deinen beruflichen Alltag, für deine Projekte,die du anschiebst, wünschen?

 

Cornelia Gaumann [00:39:01] Das hat mich noch nie jemand gefragt. Was würdeich mir wünschen? Ich würde mir wahrscheinlich wünschen, dass jeder mal dieErfahrung gemacht hat, mit einem kleinen Kind Zug gefahren zu sein. Von derBegeisterung, die das tatsächlich beinhaltet. Dieses echte Begeistern fürdieses Zugfahrerlebnis und all die kleinen Dinge, die einem wahrscheinlichirgendwann gar nicht mehr auffallen, wenn man als Geschäftsreisender ständigmit der Bahn unterwegs ist. Und diesen Zauber, den das hat, mit einem Kleinkindzu reisen in einem Zug. Und ich glaube, wenn das jeder bei der Bahn erlebthätte oder erleben würde und könnte, würde das vieles verändern.

 

Andre Schulz [00:39:53] Genau. Und jetzt pass auf, was passiert. (Sound)Und es wird so sein.

 

Cornelia Gaumann [00:39:58] Yay! Warum habe ich mir kein Pony gewünscht?

 

Rolf Kosakowski [00:40:03] Das machen wir im nächsten Podcast. Liebe Conie,nach dem Wunsch kann nichts mehr kommen. Den Wunsch unterstützen wir so auch.Und ich glaube, du hast es gerade sehr emotional und schön erzählt, dassBahnreisen mit der Familie, wenn man mal alles wegschält, eben auch zu einemwahnsinnig schön und tollen familiären Erlebnis werden kann oder heute schonist. Und dass wir den Wunsch mitnehmen und versuchen, daran zu arbeiten. Vielenlieben Dank für deine offenen, emotionalen und beflügelnden Worte. Schön, dassdu dabei warst.

 

Andre Schulz [00:40:36] Ganz, ganz lieben Dank!

 

Cornelia Gaumann [00:40:38] Danke!

 

Rolf Kosakowski [00:40:39] So, das war es nun leider auch schon wieder mitFamily Business, dem Spezial Podcast rund um das Thema Kinder und Familien.Andre, was muss man denn tun, um noch mehr von uns zu hören?

 

Andre Schulz [00:40:51] Wenn's euch gefallen hat, abonniert gerne unserenKanal oder besucht uns auf unserer Website und hört euch frühere Folgen unseresPodcast an. So oder so, wir freuen uns auf das nächste Mal mit einem bestimmtwieder ganz tollen Gast.

 

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